Die letzten Checks vor der Beschichtung
Shownotes
Infos zum Podcast:
Praxis-Power für Beschichter – der Podcast aus der Praxis für die Praxis von Matthias Bader und Markus Vüllers.
Um die Zeit zwischen unseren Tagesseminaren zu überbrücken, gibt es nun alle 2 Wochen einen Video-Podcast von der Pulverakademie und Markus Vüllers Coaching.
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Praxis-Power-Tag für Beschichter
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Markus Vüllers: Moin Moin Matthias, hallo!
Matthias Bader: Moin Markus! Ja, wir sind immer noch im nebligen Oktober. Was läuft bei dir?
Markus Vüllers: Ja, der nebelige Oktober. habe tatsächlich gesehen, gestern Morgen bin ich gefahren, da war es nebelig und dann habe ich gesehen, dass meine Scheinwerfer nachjustiert werden müssen. Da war der Nebel sehr hilfreich, dass man das mal sehen konnte. ja, ich war tatsächlich jetzt ein paar Mal unterwegs. Und das Spannende glaube ich aus den letzten 14 Tagen. Wir nehmen jetzt einen Podcast auf, der Anfang November erscheint. Da ist das schon wieder ein paar Tage her. Ich war in Mannheim bei der DFO, beim DFO Landmaschinen und Baumaschinen Forum und dann mit tatsächlich in dem Zusammenhang zum zweiten Mal die neue moderne Lackieranlage bei John Deere in Mannheim angeschaut. Und es ist ja immer so, wenn man in eine neue Lackieranlage kommt, das ist immer cool. Wenn in so einer Lackieranlage richtig viel Geld ausgegeben wurde und wirklich so der Stand der Technik verbaut wurde, dann ist das noch cooler. Und wenn man es zweite Mal sieht, guckt man ja mit doch mit etwas anderem Blick noch mal dahin. Und es war tatsächlich so, dass der Weg und die Führung, die dort stattgefunden hat, genau die ähnlichen Stationen abgelaufen hat. Und man muss wirklich sagen, also von meiner Seite absolute Empfehlung, wenn jemand die Möglichkeit hat, sich diese Anlage anzuschauen. Dort ist wirklich alles verbaut worden, was so den Stand der Technik angeht, an Energierückgewinnung, an Prozessüberwachung, an Prozesstechnik, an Steuerungstechnik. Das ist ja schon ein relativ großes Thema. Und es wird nass lackiert, weil halt Bauteile lackiert werden, die halt temperatursensible Elemente enthalten. Deswegen schaltet in dem Werk, in der Anlage, Mannheim jetzt das Thema Pulverbeschichtung aus. Aber schon sehr beeindruckend. Und ich finde es immer cool, wenn man sich so etwas anschaut. hatte in diesem Jahr zwei solche Erlebnisse. hatten vor einiger Zeit auch mal die Möglichkeit, ein großes Automobilwerk anzuschauen mit einer neuen Lackieranlage. Da reden wir natürlich über Investitionen im zweistelligen bis dreistelligen Millionenbereich.
Markus Vüllers: beim Automobil sogar noch ein Stückchen drüber. Nicht vergleichbar jetzt zu dem, ich sag mal zu der Menge der Beschichter, die wir auch mit unserem Podcast erreichen. Aber ich halte das für wichtig, über den Teller ranzuschauen. Wir haben das im letzten Podcast, du hast das angesprochen. Du warst bei der Parts2Clean. Es ist wichtig, aus den eigenen vier Wänden rauszugehen, vor Ort zu sein, Menschen zu treffen, sich anlagen. live anzuschauen und nicht nur ein YouTube Video zu gucken, sondern sich wirklich zu vernetzen, zu treffen und rauszugehen. Nächstes Jahr ist wieder die Paint Expo. Schauen wir mal, wie viele Leute da tatsächlich nach Karlsruhe kommen, weil ich befürchte, dass wir uns immer mehr in unser Schneckenhaus zurückziehen und die Leute viel zu wenig rauskommen. Und ja, das war für mich so bei John Deere das Thema. Man hat Menschen getroffen, hat eine Anlage live gesehen, man hat auch den Lack noch gerochen, hat die Geräuschkulisse wahrgenommen. Das ist was anderes als ein YouTube Video oder im Internet zu
Matthias Bader: Deswegen muss man auf den Eifelturm hinauffahren, damit man von oben aus einer anderen Perspektive diese Stadt neu erleben kann. Und das sind diese Leuchttürme, die muss man eben sehen. Was ist denn überhaupt möglich? Mit was müssen wir uns befassen? Und das wird an vielen Punkten deutlich und die Schwierigkeit ist immer... Der größte Kostenfaktor in der Beschichtung sind die Leute. Und wenn das mein größter Hebel ist, dann ist ja die Frage, was muss ich tun, die größte Investition in der Beschichtungsanlage am besten performt. Und da war ich bei einem Betrieb und das hat alles soweit gut ausgesehen. ein bewährtes Anlagenkonzept aber auch schon in die Jahre gekommen. Und da ist jetzt ein neuer Vorarbeiter dran, der als Quereinsteiger eben hier den Lagen strukturiert. Aber das große Aber wurde auch offen zugegeben. Hier fehlt das tiefe Fachwissen, damit man auf dem Klavier auch spielen kann. Wir hatten erst gesagt, Lagerfeuer reichen oft Dreiakkorde. Aber bis ich dann natürlich ein Konzert spielen kann, ist noch ein langer, langer Weg. Deswegen ist wichtig, die Systematik der Arbeit, die kann man, denke ich, übertragen in vielen Punkten, adaptieren. Aber letztendlich, über alle Manuale und mit allen Registern zu spielen, muss zu können, muss ich natürlich üben, üben, üben, Erfahrung mitbringen oder mir die Erfahrung einkaufen durch klare Fragen. Ja, super. Jetzt sag doch noch mal ein, zwei Sätze, wie bist du denn nach Mannheim gekommen?
Markus Vüllers: Hehehe, ich bin tatsächlich mit dem Zug gefahren.
Matthias Bader: Der Zug wurde ja auch lackiert, insofern schließt sich der Kreis.
Markus Vüllers: Ja, ich habe ja, ich weiß gar nicht, ob ich hier im Podcast schon mal darüber berichtet habe. Ich mache ja tatsächlich momentan ein Bahnexperiment. Hat einen ganz pragmatischen Grund. Ich habe mein Auto geliest und habe halt meine Liesienkilometer für dieses Jahr schon fast erreicht und habe mir dann überlegt, wenn ich gute Ziele habe, die gut mit der Bahn erreichbar sind. davon, dass meine Töchter mir auch immer wieder in den Ohren liegen, Mensch, wieso fährst du eigentlich mit dem Auto? Du kannst doch viel bequemer in der Bahn sitzen und dann schon ein bisschen vorbereitet arbeiten. Und ich habe es tatsächlich ausprobiert, bin nach Mannheim gefahren und muss sagen, das war der erste Teil meines Experiments. Da werden noch zwei bis drei weitere Teile folgen. Ich habe mir eine Bahncard 50 zur Probe geholt und das war gut. Das war richtig gut. Also ich hatte auf der Hinfahrt 20 Minuten Verzögerung auf der Rückfahrt, 20 Minuten. Ich bin letztens von Gütersloh nach Paderborn auf der A2 im Stau gestanden. Da waren es dann 45 Minuten. Das heißt also auch da ist man natürlich nicht safe, pünktlich anzukommen. Und es war wirklich bequem. Also die Anschlüsse alle erwischt. Gut gesessen. Es war wirklich da die Zeit zum Arbeiten und war gut. Also erster Teil würde ich mal sagen, Daumen hoch war motiviert mich für den zweiten Tag.
Matthias Bader: Ich habe in einem Video gesehen, ein Video über die Gründer der Homepage www.bahnvorhersage.de und da kann man einfach schauen, wie pünktlich wird denn nach der Berechnung der KI der mein gewählter Zug kommen. Das ist manchmal hilfreich, dass man halt in den richtigen Zug einsteigt. Man kann natürlich nicht hat es nicht im Griff, wenn da eine Weiche ausfällt oder eine andere Störung passiert. auch hier ist das richtige Bedienen des Werkzeugs bahnhilfreich, damit die richtigen Umstiegszeiten oder Pufferzeiten da sind. Und manchmal ist es einfach bloß ein wertvoller Tipp, dass man wirklich bei solchen Reisen dann am Vorabend anreist und dann ist natürlich alles stressfrei und dann ist es richtig toll Laptop auf, Podcast hören. oder einfach nur ein Bier trinken aus dem Bordpresteror oder mitgebracht. Und das kann man eben beim Autofahren oft nicht in gleichen Weise.
Markus Vüllers: Genau. Und man muss eins dazu sagen, und wir haben das ja auch schon ein paar Mal sowohl im Podcast als auch in unserer Vorbereitung diskutiert. Es wird halt viel zu viel genergelt momentan in Deutschland über alles Mögliche. Natürlich hätte ich mich jetzt auch massiv darüber aufregen können, dass die angezeigte Wagenreihenfolge in Kassel genau andersrum war. Mit dem Ergebnis, dass ich dann halt beim Losfahren des ICEs durch drei Waggons durchstiefeln musste, bis ich dann an meinem Sitzplatz war. Ja, das ist nicht in Ordnung. Fragt mich auch, warum man das nicht anzeigen kann. Aber da muss man sich nicht über alles aufregen. Wenn man ein paar positive Aspekte nimmt, was mich sehr angenehm überrascht hat, das habe ich jetzt tatsächlich drei Jahre auch nicht mehr genutzt, weil ich nicht mehr mit der Bahn gefahren bin. Die Bahn App ist schon sehr aktuell und cool. Das ist ein Werkzeug, was sehr digitalisiert funktioniert und sehr aktuell funktioniert. Und dann mit den Hilfsmitteln, mit der Bahnvorhersage, mit so ein paar Werkzeugen dabei, kann man sich da schon ganz gut durch den Dschungel der Bahnverbindungen schleusen. Ich werde darüber berichten.
Matthias Bader: Ja, apropos Wahlzeuge. Mir sind ja im Beschichtungsprozess. Und da steht heute auf der Agenda, was muss ich denn alles beachten, bevor ich auf den Abzugshebel drücke?
Markus Vüllers: Ja, haben ja die Teile, wir wollen ja wirklich den gesamten Prozess durchlaufen. Jetzt stehen die Teile vor der Lackierpistole bzw. vor der Lackierke. Trocken sind sie schon. Genau, sie sind trocken, sie sind sauber, sie sind fettfrei und sie hängen da oder liegen da jetzt rum. Und jetzt wollen wir halt darüber diskutieren, was müssen wir alles checken, bevor wir dann tatsächlich mit dem Beschichtungsprozess beginnen.
Matthias Bader: Fucken!
Markus Vüllers: und das sowohl so ein bisschen Richtung Maslack geschielt, aber auch in Richtung Pulver geschielt.
Matthias Bader: Wichtig ist immer alles volle Pulle auftreten. Volle Lackversorgung, voller Strom, weil viel hilft viel.
Markus Vüllers: Genau.
Markus Vüllers: Genau und was ganz hilfreich ist beim Nasslack abdrücken der Pistole. Die ersten zwei Kilogramm der Pistole erst mal zum spülen des Lackes zum spülen nutzen, damit ich dann sicher sein kann, wenn ich das Bauteil lackiere, dass da nicht noch irgendwelche Lösemittel oder irgendwelche Farbreste der vorherigen Charge drin sind. So das heißt die ersten zwei Kilo Lack sind weg, bevor ich das erste Bauteil lackiert habe und das schöne ist Die erfasst keiner, die sind auch in keiner Kalkulation mit drin. Das heißt die ersten 20 Euro sind schon mal weg.
Matthias Bader: Für alle, uns noch nicht so gut kennen, wenn wir natürlich solche ketzerischen Phrasen dreschen, dann sind das natürlich ironische Meinungsäußerungen. Jetzt kommen wir zum Anstenteilen.
Markus Vüllers: Genau, der ernste Teil ist wirklich, ich schaue mir natürlich an, was ich als nächstes lackieren muss. Vorbereitende Dinge haben nicht unbedingt nur was mit der Lackversorgung und mit dem Material zu tun, was ich mir bereitstelle. Den Pulverkarton, den ich mir hole, meinen 2K-Lack, den ich anmische, sondern das geht sogar noch ein Stückchen weiter, dass ich mir wirklich mal meinen Auftragsbestand anschaue, Aufträge farbtontechnisch zusammen die für einen und denselben Kunden im gleichen Farbgrund lackiert werden, was natürlich dann meine Rüstaufwände, meine Arbeitszeiten optimiert. Das heißt, das sind alles Dinge, die ich dann machen kann, die sollte ich im Vorfeld schon einmal vorbereitet haben, die ich dann aber noch mal checke, bevor es beim Lackieren losgeht. Dass ich mir also sicher sein kann, dass nicht der nächste Transportwagen, der nächste Hordenwagen, das nächste Teil in weiß lackiert wird, ich dann ein grünes Teil lackiere, und in einer halben Stunde dann wieder auf weiß umrüste. Dann ändere ich halt die Reihenfolge und packe die Weißen zusammen. Klingt banal, wird aber oft vergessen oder nicht gemacht.
Matthias Bader: Ja und dann muss ich mir anschauen, früher in der guten alten Zeit hatten wir drei verschiedene Prallkegel, die die Pulverwolke aufgefächert haben. Bei der Pistole kennen wir das auch, da können wir auch den Spritzstrahl auffächern oder mehr in Punktform fokussieren und das ist jetzt aus Aus den Augen verloren, weil die Pulverbeschichtungspistolen üblicherweise mit Flachstrahldüsen ausgeliefert Aber auch da kann ich die entsprechende Strahlform ein wenig regulieren und es eben breiter oder fokussierter auffächern. Das heißt ich muss mir anschauen, was will ich eigentlich beschichten. Die richtige Parameter wählen, das heißt die richtige Pulvermenge, den Ausstoß wählen. und die passende elektrostatischen Kräfte dazu einstellen. Das heißt die Hochspannung einstellen. Full Power oder eben Bauteil oder Farb mäßig reduziert und genauso auch die Begrenzung der Mikroampere, damit mir nicht zu viel Dampf reinkommt in meinen Beschichtungsprozess. Es ist immer schwierig mit diesen elektrischen Begriffen zu sprechen. Wie kann ich es erklären, dass es der Arbeiter versteht? Ja was macht da die Ampere? Wo gehen die hin? Zeig's mir doch. Und da fängt eben die Schwierigkeit an und daher auch meine verständliche Sprache denke ich mir zumindest, das mit Dampf oder mit Druck zu umschreiben, wenn es auch den Druck so in echt nicht gibt. Den Druck gibt es bei der Flüssiglackierung.
Markus Vüllers: Genau. Und auch da ist es immer so, man muss Experimente machen, man muss es einfach mal ausprobieren, wenn man Materialmenge und Zerstäuberdruck oder Materialdruck erhöht, dass man dann einfach mal erkennt, was passiert denn dann. Weil da kommen natürlich dann noch ein paar andere Aspekte damit zu. Bei der Pulverbeschichtung ist es die Fluidisierung oder die Art und Weise, wie ich das Pulver zur Pistole bringe, ob mit einer Pumpe oder mit einem Injektor. Bei der Nasslackierung ist es dann die Schlauchleitung, dann ist es die Materialversorgung, die mir meine Nasslackierpistole versorgt. Und dann braucht es mal die Möglichkeit, die man den Beschichtern einräumt, gerade denen, die neu im Geschäft sind, einfach mal ein paar Dinge auszuprobieren. Wann ist die Fließgrenze da? Wann entstehen Läufer? Wann habe ich Rücksprüher beim Pulverbeschichten? Dass man einfach mal so ein paar Dinge ausprobiert. Das muss man nicht auf Kundenbauteilen machen, aber das kann man auf irgendwelchen Ausschussteilen machen, dass man solche Dinge checkt.
Matthias Bader: Dann gibt es ja unterschiedliche Pistolen, gerade im Flüssiglack, Systeme, die auch unterschiedliche Qualitäten oder Ausstoßmengen haben. Da muss ich eben die Richtige wählen. Ich kann ja mit einer Airbrush-Pistole nicht ein ganzes Auto lackieren. Und so gibt es eben Airless-Systeme, die sind wirklich für große Flächen geeignet, über zentrale Versorgung. Und so ist natürlich auch bei der Pulverbeschichtung, dass ich hier mit der Handpistole, mit der Tribopistole mit der Automatikanlage die entsprechenden Werkzeuge auch richtig nutzen darf, muss, kann. Und wenn ich hier die richtigen Einstellungen habe, kann ich bei der Automatikkabine in vielen Fällen eine mannlose Beschichtung realisieren oder weitgehend mannlose Beschichtung, dass hier nur noch an einigen schwierigen Ecken und Kanten manuell nachgearbeitet werden muss. Und dann ist das eine große Erleichterung und aber auch Prozessstabilität, dass hier der Prozess wirklich über lange Zeit in einer gleichbleibenden Qualität und schichtigen Verteilung realisiert werden kann.
Markus Vüllers: Ja. Wir haben eben in der Vorbereitung für die heutige Folge darüber diskutiert. Wir werden jetzt über die Einstellung der Pistole und über alles das, was dann in der Kabine passiert, wenn es dann richtig losgeht, werden wir in der nächsten Folge sprechen. Aber wir haben darüber diskutiert, dass jetzt gerade bevor es losgeht noch ein paar Dinge wichtig sind, die man vielleicht auch schon in seiner Auftragssteuerung, in seinen Auftragspapieren, in seinem ERP-System hat, dass man sich im Vorfeld Gedanken darüber gemacht hat, Welche Lackmenge brauche ich für den Auftrag, der jetzt als nächstes zu beschichten steht? Welche Lackmenge stelle ich bereit? Natürlich, fordern der Prozess, welche Lackmenge habe ich irgendwann mal eingekauft und beschafft. Und jetzt kommt natürlich ein ganz entscheidender Punkt damit zu, dass wenn ich jetzt einen Auftrag abarbeite, dass ich dann schon mal überprüft habe, welche Menge habe ich denn tatsächlich jetzt angerührt, dann anschließend zurückwiegen zu können. eine Zahl zu bekommen, welche Menge habe ich tatsächlich verbraucht für meinen Auftrag. So wir beide sind ja so auch immer in unseren Diskussionen, dass wir sagen, wir wollen da jetzt keine Wissenschaft draus machen, das war das Beweis, wie detailliert und akribisch alles auf Nachkommastellen erfassen. Aber wir erleben es in unserem Tagesgeschäft eigentlich immer wieder, dass die einfachsten Kennzahlen in den Betrieben fehlen. Und da gehört tatsächlich auch der reale Lackverbrauch, nicht der theoretische Lackverbrauch, sondern der reale Lackverbrauch dazu, wenn ich in der Kabine in Auftrag aberwaere.
Matthias Bader: Bei mir in meiner Beschichtungsanlage war der durchschnittliche Verbrauch pro Warenträger 2 Kilo. Das hilft jetzt keinem da draußen, aber ich kann mir diese Zahl ganz einfach errechnen. Gesamtjahresmenge geteilt durch Gesamtjahrestückeinheiten gleich ich habe eine Zahl als Faustformel. Und damit kann ich ganz schnell sehen, wenn ich 10 Warenträger habe, brauche ich 20 Kilo. Mindestens. Und wenn ich so eine Faustformel habe, dann kann ich hier... Das geht im Büro, das geht an der Anlage, bevor ich loslege. Und so kann ich es eben machen. Des Weiteren, wenn man in der Vorbereitung planen will, kann ich es über die Quadratmeter ausrechnen. Es gibt einen durchschnittlichen Verbrauch, den der Betrieb... bei seiner Arbeitsweise pro Quadratmeter braucht. Und da waren es bei uns zwei Zahlen bei der Handbeschichtung. Die manuelle Handbeschichtung in der Verlustkabine war 250 Gramm für normale Bauteile, 330 Gramm für komplexe, schwierige in der Geometrie, aufwändigere, wo man also viel länger dran beschichten musste. Da haben wir dann einfach mit diesen zwei Faustwerten gerechnet und die geschätzte Quadratmeterzahl hat unser ERP Programm irgendwie errechnet, auch nicht ganz genau, nicht CAD-mäßig, aber das muss man eben sich hier diese einfachen Hilfen bauen und dann kann man hier arbeiten. Weil was ist schlimmer, als wenn der Beschichter ewig gearbeitet hat und die letzten fünf Quadratmeter kann man nicht mehr fertig machen, weil die Ware ausgeht.
Markus Vüllers: Ja, ja, und es kommt immer noch ein Aspekt dazu, den man auch nicht unberücksichtigt lassen darf. Es ist halt leider noch so, dass sehr viel Nacharbeit passiert. Und dann ist es genauso blöd, wenn man dann im Prinzip überhaupt nichts mehr im Bestand hat. Und so ein paar Kennzahlen helfen einfach, seinen Beschichtungsbetrieb optimal zu managen und zu überwachen. Und wenn man das über eine gewisse Zeit kontinuierlich und regelmäßig gemacht hat, dann hat man einfache Kennzahlen, die helfen in der Zukunft. besser zu werden und dann eben auch transparenter zu werden, was solche Gänse annehmen.
Matthias Bader: Nacharbeit kostet oft im Faktor 4. Und deswegen hilft es hier auch, drüber nachzudenken und zu prüfen, wie man das machen kann. Aber das ist eine nächste Folge, die Nacharbeit. Aber einfach nur mal sagen, das ist einfach eine Faustzahl und immer wenn ich Nacharbeit produziere, schieße ich mir in alle Knie, die ich habe. Ich kann gar nicht mehr so schnell weglaufen. Das ist der Profitkiller Nummer 1.
Markus Vüllers: Genau.
Markus Vüllers: Ja.
Markus Vüllers: Ja, wir haben gesagt, wir machen heute eine Folge, einfach deutlich zu machen, nicht nach der Vorbehandlung, wenn die Teile trocken sind, sofort loslegen, sondern Gehirn einschalten, noch mal ein bisschen nachdenken, eine Checkliste im Kopf haben, was ich dann alles nochmal überprüfe. Und deswegen haben wir gesagt, heute sprechen wir mal darüber, was ist noch wichtig, bevor es losgeht. Über die ganzen anderen wichtigen Dinge haben wir schon gesprochen, werden wir auch immer wieder sprechen, wie Erdung, wie Teileaufhängung, wie Werkstückkonstruktion und Ja, im Prinzip können wir den Deckel drauf machen heute.
Matthias Bader: Ja, den Deckel von der Farbdose. Oder welchen Deckel meinst du?
Markus Vüllers: Pulverkorn-Tauk hat ja keinen Deckel.
Matthias Bader: Dann drehen wir den Sack zu.
Markus Vüllers: Ja, genau. Und machen einen...
Matthias Bader: Danke fürs Zuhören. Schreibt uns in die Kommentare, was euch gefallen hat oder was wir verbessern können, worüber wir noch mal reden sollen. Wir freuen uns, dass ihr alle zuhört. Bis zum nächsten Mal.
Markus Vüllers: Bis zum nächsten Mal, dahin, ciao ciao.
Matthias Bader: Ciao!
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