Handbeschichtung - was sollte beachtet werden
Shownotes
Infos zum Podcast:
Praxis-Power für Beschichter – der Podcast aus der Praxis für die Praxis von Matthias Bader und Markus Vüllers.
Um die Zeit zwischen unseren Tagesseminaren zu überbrücken, gibt es nun alle 2 Wochen einen Video-Podcast von der Pulverakademie und Markus Vüllers Coaching.
Das Video der Aufzeichnung wird auf unseren YouTube-Kanälen veröffentlicht und die Audio-Spur erhalten Sie als Podcast überall, wo es Podcasts gibt
Abonnieren Sie den Podcast, damit Sie keine Folge verpassen!
Weitere Informationen finden Sie auf unseren Webseiten und LinkedIn-Profilen:
Pulverakademie
Matthias Bader Zeppelinstr. 9 73430 Aalen
Tel: +49 7361 812 11 33 Mobil: + 49 162 266 85 16
Mail: mb@pulverakademie.de
Webseite www.pulverakademie.de
Markus Vüllers Coaching - LA©KADEMIE
Markus Vüllers Melschen Kamp 2 33178 Borchen
Tel: +49 5252 390375 Mobil: +49 171 303 7718
Mail: info@markus-vuellers-coaching.de
Transkript anzeigen
Matthias Bader: Hallo Markus, was für ein Cheatwetter!
Markus Vüllers: Hallo Matthias. Ja, der Herbst holt uns ein und jetzt wo wir aufzeichnen sind wir auch schon voll in der Winterzeit.
Matthias Bader: Damit kein Missverständnis entsteht, ich bin ein Schwabe, bei uns ist eigentlich ein Scheißwetter. Und insofern sieht man einfach, ich bin ständig unterwegs. Das Auto ist gepackt, morgen geht's erst mal in Bayern und dann geht's nach Angada See, denn am Angada See wollen wir für einen guten Zweck von unserem Serviceverein Oliven sammeln. Es ist immer was los.
Markus Vüllers: sehr schön. ist das Wetter wahrscheinlich auch besser, da wird es wärmer sein.
Matthias Bader: Es wird wärmer sein, aber auch regnerisch. Wir wollen schauen. Es gibt ja auch Kittel und richtige Kleidung.
Markus Vüllers: Was hast du erlebt die letzte Zeit?
Matthias Bader: Ja! Vom Wirtschaftsklub der Industrie- und Handelskammer gab es eine Einladung ein größtes Sägewerk hier in der Region zu besichtigen. Und das war eine Lehrstunde für Wertschöpfung in einer Prozesskette. Die verarbeiten von dem Stamm jeden Abfall bis zum Schluss. Es ist nämlich kein Abfall, sondern immer Wertstoff. Die Rinde wird komplett verbrannt. Das entstehende Sägemehl wird zu Pellets gepresst zusammen mit Hackschnitzeln und die Stämme werden vollautomatisch zugesägt in einer riesengroßen, ständig sich bewegenden Anlage und da gehen am Tag 50 bis 60 LKW Ladungen rein und hinten natürlich wieder raus, dann werden die getrocknet und verleimt zu Konstruktionsvollholz, also zu Sparren und zu Hölzern in beliebiger Länge.
Markus Vüllers: Mhm.
Matthias Bader: Durch die Verleimung kann ich quasi endlos herstellen. Das interessante war Wertschöpfung am ganzen Produkt. Das war der Schlüssel zum Erfolg. Hochwertige Produkte herstellen mit extremem Know-how und dann aber keinen Abfall zulassen, sondern wirklich alles verwerten und wertgenerierend einsetzen in dem Prozess. Das war wirklich eine Lehrstunde. Und was mich fasziniert, wir können das natürlich übertragen auf unsere Prozesse. Wo haben wir falsche Brüche drin? Wo können wir neue Technologien einsetzen?
Matthias Bader: Ich habe immer die Wahl, kaufe ich meinen Strom oder mache ich den Strom selber bei der großen Dachfläche, wo wir in der Regel vorfinden in Lackier- und Beschichtungsanlagen. Das als Beispiel. Und schon kann ich einen großen Teil den Strom selber beschaffen, anderen Konditionen. Deutlich günstiger als der Markt. Und das ist so ein Beispiel. Ich habe da viele Möglichkeiten, wo ich einsetzen kann. Abfälle in der Betrieb anschauen muss das sein. Wenn du denkst, früher hat man in der Flüssiglackierung mit Nassabscheidung gearbeitet. Das war ja eine Abfallvergrößerungsanlage.
Markus Vüllers: Hm.
Matthias Bader: mit diesen Abwasseraufbereitungen und Lackkoagulisierungen und so weiter. Dann hat gestunken und tralala. Also bloß als Beispiel. Da gibt es natürlich andere Möglichkeiten, jetzt mit Trockenabscheidungen, diesen Pappfiltern, die extrem viel Lack aufnehmen können und nachher vielleicht auch thermisch verwertet werden und so weiter. Also man muss diesen Gedanken üben. Das war das Beeindruckende, dass wir einfach da nochmal in Hallo wach wären. Was war bei dir?
Markus Vüllers: Ja, ich war tatsächlich vor einiger Zeit doch viel unterwegs und wollte heute mal so ein bisschen den Blick werfen auf das Thema Service-Dienstleistung. Also nichts Konkretes, was aus einem Prozess da ist, sondern einfach da mal einen Impuls setzen, wie Service und Kundenorientierung auch aussehen kann, wenn mal irgendetwas nicht so ganz optimal funktioniert. Ich war jetzt eine Woche lang unterwegs, erst in Mannheim, dann in Berlin auf unterschiedlichen Tagungen und Kongressen. Der eine oder andere hat es vielleicht bei LinkedIn gesehen, dass ich so ein Bahnexperiment gerade mache. Ich als passionierter Autofahrer habe jetzt einige Ziele mit der Bahn erreicht. Das lief bis dato, also bis nach Berlin alles super. Und in Berlin ist dann natürlich so einiges schiefgegangen. Züge zusammengelegt, Züge ausgefallen, Verspätung, Züge überfüllt, also alles das gesamte Programm. Am Ende sind wir dann mit einer guten Stunde Verspätung angekommen. Das war alles noch vertretbar, hat man beim Auto auch. Wo ich aber darauf hinaus möchte, ist die Tatsache, wie dann damit umgegangen wird. Und da hat es mich dann doch ziemlich erfreut, mal unabhängig von dieser YouTube-Serie, die die Deutsche Bahn gerade mit Anke Engelke dreht, wo sie sich selber so bisschen auf die Schippe nimmt. Ich fand es schon relativ cool, wie dann ein relativ zeitnahes Entschuldigungsschreiben geschrieben kam. mit einem 25-Euro-Gutschein für den ausgefallenen Zug und dann aber auch, wie einfach eine Reklamation bzw. eine Regressanforderung gestaltet wird, wie proaktiv. Also da verstecken die sich nicht, sondern man kriegt es direkt angeboten, weil man über eine Stunde Verspätung hatte, geht das relativ einfach mit einem niedrigen Einstiegsschwelle, dass man dann sagt, okay, wir sind eine Stunde... 20 zu spät gewesen in Summe oder Stunde 10 und dann gibt es halt Geld zurück. Und das jetzt mal gespiegelt auf den Nacharbeits- oder Reklamationsfall in einem Unternehmen. Das ist immer die bessere Lösung proaktiv mit solchen Problemen umzugehen, die ja nun jeder mal irgendwann hat, als sich am Telefon verschweigen zu lassen und das Thema so versuchen auszusitzen. Das ist mir tatsächlich positiv aufgefallen. Also ich habe mich jetzt über diese Stunde nicht mehr weiß wie aufgeregt.
Markus Vüllers: Aber es ist mir doch sehr positiv aufgefallen, dass wenn dann mal was passiert, dass dann auch gut umgegangen ist.
Matthias Bader: Ja, hast du das schon mal von der Autobahn Gesellschaft auch bekommen, so ein Rückfeedback?
Markus Vüllers: Tatsächlich noch nie. Auch von den ganzen Baustellen nicht und den ganzen Schlaglöchern. Nein, nicht wirklich. Also man macht es sicher momentan noch.
Matthias Bader: Und wir haben im Vorgespräch hier auch besprochen, wir entschuldigen das dann beim Auto. Ja, das war ja klar, war Reiseverkehr, das war das erste Ferienwochenende und da gibt es tausend Entschuldigungen, dass wir das innerlich kleiner machen und bei der Bahn ist der umgekehrte Effekt, man macht das oft innerlich viel, größer, weil es halt auch gerade modern ist.
Markus Vüllers: Das kann man natürlich ganz klar sagen. Wenn ich jetzt überlege, ausgefallene Zug, sind vielleicht 1000 Leute betroffen, 1000 mal 25 Euro Gutschein, sind 25.000 Euro, die die einfach mal so raushauen. Kein Wunder, dass das dann alles extrem teuer ist und dass das wirtschaftlich nicht optimal ist. Aber die haben ihre Probleme ja erkannt und jetzt kann man eigentlich nur hoffen, dass das Thema dann auch wirklich irgendwann mal fruchtet und das besser wird, wie es in anderen Ländern ja funktioniert. Aber man muss auch mal die positiven Dinge rausstellen. Ich habe jetzt wirklich drei von vier Fahrten waren top, ziemlich on point, also wirklich auch pünktlich. Bei einer habe ich jetzt genau das erlebt, was man sonst halt eben immer als großes Bashing bei LinkedIn oder überall hört. Aber damit wurde dann anschließend aber recht professionell umgegangen. So und jetzt wollen wir heute wieder weiter über unseren Lackierprozess sprechen.
Matthias Bader: Ja, kannst du dich überhaupt noch erinnern, wo wir stehen geblieben sind?
Markus Vüllers: Ja, wir stehen immer noch dumm vor der Kabine, vor der Pulverkabine. Wir haben die Teile vorbehandelt, wir haben sie uns vor dem Beschichten angeguckt, wir haben eine Checkliste abgearbeitet und jetzt geht es dann endlich mal los, das Pulver aus der Pistole.
Matthias Bader: Also Cowboy Hood aufsetzen, die Sporen gerade rücken und den Colt ziehen.
Markus Vüllers: Und wir reden heute über die manuelle Beschichtung, über die Handbeschichtung.
Matthias Bader: Also keine Automatikwaffe, sondern wirklich von Hand zählen und richtig sein Fachwissen anwenden und dann die Handbeschichtung zelebrieren. Was muss man denn da zelebrieren?
Markus Vüllers: Als erstes fange ich mal an, hole mir meinen Pulver an die Kabine, schließe meine Pulverversorgung an, entweder habe ich ein Pulverzentrum oder ich habe wirklich irgendein mobiles Gerät, wo ich dann meinen Pulverkarton drauf stelle, die Fluidkerze rein stecke, so und gucke dann, jetzt kommt Pulver aus der Pistole und kenne wahrscheinlich meine Bauteile und jetzt fange ich an, mal an der Einstellung etwas vorzunehmen. Gleichvolles Pfund oder wie würdest du das empfehlen?
Matthias Bader: Das Tolle ist, die modernen Geräte sind wesentlich anwenderfreundlicher, wie wir sie kennen aus unserer Startzeit, beruflichen Karriere. Und da gibt es jetzt tolle Programme, die voreingestellt sind als Default-Wertabwerk. Und da gibt es in der Regel drei Programme für flächige Bauteile, für etwas profilierte oder kleinere Teile und für die Doppelbeschichtung. Mit diesen drei Programmen kann ich schon mal meine Grundeinstellungen, meine Settings wählen und viele Pistolen haben auch Bedienelemente am Pistolengriff oder ich muss eben hier manuell ein Gerät plus und minus drücken für mehr oder weniger Pulverausstoß, die Gesamten Stromwerte werden eigentlich nur noch als Oberwerte klargestellt. Das heißt, die Pistole regelt selber viel viel schneller als der Mensch nach. Die typischen Fehler vermeidet eine Pistole oft. Oft heißt nicht immer.
Markus Vüllers: Da sind wir beide ja auch ganz viel in Sachen Qualifizierung und Schulung unterwegs. Und wir sind ja beide so, dass wir den Leuten dann noch erklären, was wird denn da genau eingestellt. Also nicht nur wir drücken auf Programm 1, Programm 2 oder Programm 3, sondern derjenige, der die Pistole in der Hand hält, der sollte schon wissen, welche unterschiedlichen Parameter er denn beeinflussen kann und einstellen kann. Jetzt hattest du eben schon mal gesagt, da hat es was mit Strom zu tun. Also ich stelle was am Strom und an der Spannung rein. Ich stelle die Pulvermenge ein. Und das hängt ja direkt miteinander zusammen. Und das ist eigentlich auch so eine Beobachtung. Wir hatten das im Vorgespräch auch schon diskutiert, die wir eigentlich immer haben, wenn wir in Betriebe reinkommen, dass da viel zu wenig hingeschaut wird, was denn von dem normalen Prozess tatsächlich abweicht. Wo sollen die Leute denn hingucken? Wenn nicht nur auf Style.
Matthias Bader: Meistens ist der Chef ein schlimmer Junge und er steht hinten mit der Peitsche und sagt, müsst schneller arbeiten. Also Pulverausstoß, volle Kanne. Und dann sieht es erstmal toll aus, aber da fängt die Schwierigkeit an, dass man eben dieses Bild von der Physik mit dem optischen Darstellung einer Wolke nicht so einfach überlagern kann. Aber was nützt es mir? wenn zu viel Pulver rauskommt, dass gar keine elektrische Ladung findet und dann nur am Werkstück nach unten rutscht und dann vielleicht sogar eine Pulveraufhäufung bildet. Das heißt, ich muss die richtige Pulvermenge wählen, die auch wirklich elektrostatisch aufgeladen werden kann. Das heißt, dass die Elektronen sich an einen Pulverteil anhängen können während dem Flug. Das heißt, auch ich brauche eine etwas langsame Geschwindigkeit und ich muss auch der Pulverwolke Platz geben, dass diese Verheiratungsprozess stattfinden kann. Die zwei müssen sich ja treffen, weil alleine haftet das Pulver nicht am Werkstück.
Markus Vüllers: Das gilt tatsächlich für die Alternative. Du hast jetzt den Fall der Corona-Aufladung, der Elektrostatik angesprochen. Das gilt natürlich für die Reibungs-Aufladung, für TRIBO genauso. Die Pulverteilchen müssen sich an der Teflonwand reiben. Das braucht Zeit. Da darf es keine Enge, kein Drängen geben. Die müssen tatsächlich die Wand berühren. Also ist es in vielen Fällen eigentlich immer eine bessere Idee. Die Pulvermenge, den Pulverausstoß zu reduzieren und nicht so einen harten, schnellen, starken Strahl aus der Pistole heraus zu jagen, das gilt letztendlich für alle Technologien. Gilt fürs Nasslackieren im Prinzip.
Matthias Bader: Und dann habe ich im schlechtesten Fall einen Ablazeffekt, wenn ich zu viel drauf haue. Ich habe da immer meine Präsentationen. Wenn ich dann mit dem Feuerwehrschlauch anfangen will und mein Garten zu gießen, das wird nur eine Verwüstung geben. Dieses Bild, ich muss hier den Druck reduzieren, ich muss die Wolke weich machen und auffächern, damit hier wirklich das funktioniert, dass die aufgeladenen Pulverpartikel das Werkstück finden können.
Markus Vüllers: Wo muss der Beschichter denn hingucken? Jetzt haben wir schon ein paar mal von der Wolke gesprochen. Die sollte er sich ja auf jeden Fall anschauen. Bezug auf die Pulvermenge, die aus der Pistole kommt. Was muss er sich noch angucken?
Matthias Bader: Früher gab es die Prallkegel. Das war so ein kleiner Plastikkeldich, den man drauf gemacht hat. Und er hat das Pulver aufgefächert und eine sehr schöne kreisrunde Wolke geschaffen.
Matthias Bader: Und da war aber der Nachteil, dass eben hier die Steuerung oft sehr schwierig war und wenn man die Pistole nicht im rechten Winkel gehalten hat aufs Werkstück, ging halt ziemlich viel daneben. Und so hat sich im Laufe der letzten Jahre, das sind jetzt auch schon 20 Jahre oder 25 Jahre, diese Flachstrahldüse als Universaldüse durchgesetzt. Und mit der Flachstrahldüse habe ich in der Regel einen flächigeren Strahl, der 20 cm in der Höhe ist und ca. 5-10 cm breit. Da muss ich reinschauen von der Seite, ob ich hier eine gleichmäßige Verteilung habe oder so Hotspots sich herausbilden, die dann auch oft in der Streifenbildung sich auf einem glatten Blech zeigen.
Markus Vüllers: Und wir haben ja, das ist auch ein Appell, die Leute müssen sensibilisiert sein, dass sie wirklich auch hinschauen, was in ihrem Prozess passiert. Dass nicht so abgestumpft einfach nur irgendein mechanisches Wedeln oder Beschichten erfolgt, sondern schon sehr genau hinschauen sollen, ob da irgendwas pulsiert, ob da irgendetwas spuckt, ob da irgendwelche Klümpchen auf den Teilen ankommen, also irgendwelche Agglomerate, die sich dann im Pulverbeutel gebildet haben. Also derjenige, der die Handbeschichtung macht, Das ist ja nun mal der Mensch, dann auch mit seinen Augen, mit seinem sehr feinen Mess- und Analysegerät, Auge und Kopf, sehen kann, die natürlich gleich zeigen können, ob die Qualität passt oder nicht.
Matthias Bader: Und wer schon mal mit einem abstandsgesteuerten Tempomat gefahren ist, kann sich nachher vorstellen, wie so eine Pistole funktioniert, dass die also immer wieder nach unten regelt und dass das natürlich kein Problem ist, die runterregelung, wenn ein Auto vor mir fährt und mein Auto sich an dem Abstand quasi orientiert. Wenn der aber abbiegt und ich habe die Geschwindigkeit auf 120 gestellt und damit kann ich auch in der stadt fahren solange einer vor mir ist aber sobald er weg ist will mein auto 120 fahren und er gibt der gas wie ein idiot und das ist auch die schwierigkeit von der deswegen muss man auch die e-static bei aller schlauheit der pistole etwas begrenzen und sagen hey hau mir nicht ab geh nicht so hoch gerade bei metallik oder bei empfindlichen pulvern muss ich hier also aus dem automatik modus ab und sagen, wir brauchen hier eine Begrenzung wie ein Maximalgeschwindigkeitsschild und da darf ich nicht mehr wie so so viel einstellen.
Markus Vüllers: Und dann gibt es noch einen weiteren Punkt. haben das Stichwort jetzt schon ein paar Mal diskutiert. Wir brauchen jetzt nicht mehr über das Thema Erdung und Aufhängung sprechen. Das haben wir in einer der vorherigen Folgen diskutiert. Aber jetzt haben wir den Handbeschichter, der die Pistole in der Hand hält, der jetzt feststellt, da könnte was knistern oder es knistert tatsächlich was. Das heißt, der muss wachsam sein, festzustellen, ob irgendwelche Auffälligkeiten passieren, die nicht normal sind. die vielleicht sogar eine Gefährdung nach oben schrauben und solche Dinge dann auch entsprechend abstellen oder mindestens mal melden.
Matthias Bader: Oder es bildet sich ein Hof die Aufhängestelle. Das heißt, an der Stelle, der Haken durchgeht, kann sich kein Pulver ablagern. Das ist immer so ein Zeichen. Hier ist die Erdungskette schlecht ausgebildet. Der Haken kann den Strom nicht weitergeben und das wird dann irgendwie abgeleitet. Abgelenkt.
Markus Vüllers: Jetzt hören wir ja ganz oft in der Branche, dass alle von der Handbeschichtung weg wollen, weil die Fachkräfte fehlen. Was für Vorteile hat es denn, wenn ich noch Hand beschichte im Prozess?
Matthias Bader: Ich kann den Farbwechsel extrem schnell machen. Ich bin flexibel. Ich muss keine Programmierung irgendeiner Anlage machen, wenn ich einen erfahrenen Beschichter habe, der von sich aus weiß, wo ist sein Startpunkt und wo will er am Ende aufhören. Und wenn ich die Idealvoraussetzung habe, dann ist der natürlich auch unsagbar schnell. Denn... Ein Handbeschichter kann zwischen 0,6 und 1 Quadratmeter pro Minute beschichten. Und da ist dann natürlich auch der technische Aufwand sehr gering. Und da dagegen bräuchte man eine große Automatikanlage mit vielen Automatikpistolen, mit einem Pulverzentrum, mit einem Rückgewinnungseinheit. Und da ist natürlich bei kleinen oder mittleren Serien der Handbeschichter, der es kann, ungeschlagen. Auch von der wirtschaftlichen weil einfach diese große Variantenbreite viel einfacher gemacht werden kann, abgearbeitet werden kann. Und der Handbeschichter kann natürlich dann auch von Hand ein Werkstück beschichten.
Markus Vüllers: Genau, und der steht da direkt an der Kabine. gesamte Zeit hat die Pistole die gesamte Zeit in der Hand. Der bekommt direktes Feedback, was im Prozess passiert. Und jetzt ist eigentlich nur noch das Wichtige, die Menschen auch so zu sensibilisieren, dass sie damit auch umgehen lernen und das entsprechende Fachwissen haben, was denn richtig und was falsch im Prozess
Matthias Bader: Und da muss ich natürlich mir klar sein, es gibt diese typischen Anfängertipps. Und mit denen kann ich ganz schnell erste Erfolge erzielen. Wie oft muss ich rauf und runter fahren und was ist ein Kreuzgang und diese grundlegenden Tipps, mit denen kann ich schon mal ganz schnell einen ersten Erfolg erzielen. Aber bis einer mit dem Auto die Nordschleife fahren kann, da ist noch ein weiter Weg. Und so ist natürlich auch ein Gehäuse komplett außen und innen zu beschichten, das geht nicht im Crashkurs.
Markus Vüllers: Ja, eigentlich könnten wir jetzt die Brücke schlagen zu unserer nächsten Folge in 14 Tagen, weil da werden wir den Ball des Beschichtungsprozesses nochmal aufnehmen und dann werden wir uns mit der nächsten Technologie, mit der nächsten Steigerung auseinandersetzen und das ganze Thema Automatikbeschichtung beleuchten.
Matthias Bader: Fällt dir noch was ein?
Matthias Bader: Wir haben das getrennt, weil es wirklich zwei Welten sind. Die Handpistole bei der Automatikkabine wird eben anders eingesetzt, wie die Handpistole bei der manuellen Beschichtung von Felgen, Metallteilen, Gehäuse, was auch immer. Das ist das Tolle, sie können alles beschichten. 3D, 1D, Kleinserie. Das ist Tolle an der Handbeschichtung, deswegen sind wir beide, denke ich, auch da ein Fan davon. Aber man muss natürlich auch die Möglichkeiten der Automatisierung richtig einsetzen und auch dafür brechen wir immer wieder eine Lanze.
Markus Vüllers: Ja, machen wir für heute den Deckel drauf und in zwei Wochen sprechen wir dann über die Automatikbeschicht.
Matthias Bader: Ja also, bis dann, freu mich schon.
Markus Vüllers: Bis dahin, ciao ciao!
Neuer Kommentar