Käsekuchen, Konvektion & Kurven: Was passiert im Ofen?

Shownotes

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Praxis-Power für Beschichter – der Podcast aus der Praxis für die Praxis von Matthias Bader und Markus Vüllers.

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Matthias Bader: Hallo Markus, du sitzt vor deiner Bretter, äh, vor deiner Steinwand.

Markus Vüllers: Ja, ich bin im Büro. Wir zeichnen auf unsere Folge 42 ist das heute schon.

Matthias Bader: Ja, wie in dem Lied Brick in the Wall. was wollen wir uns denn heute kümmern?

Markus Vüllers: Ja, wir sind beim letzten Mal ja in dieser Dunkelzone gewesen zwischen Kabine und Ofen. Heute wollen wir mal in den Ofen eintauchen. Das ist das, worüber wir dann die heutige fachliche Schiene abbilden wollen. Aber vorher wollen wir noch so ein bisschen erzählen, was uns so passiert ist. Ich glaube, das mit dem Käsekuchen, das machst du dann mal, wenn wir kurz bevor wir in das Thema einsteigen.

Matthias Bader: Ja gern, dann sag doch mal, was bei dir los ist.

Markus Vüllers: Ja, bei mir ist momentan einiges los. Wir planen ja ein Barcamp, Elena und ich, in Sachen Wissenstransfer. Und dieses Thema Barcamp, was hast du vorhin gesagt, mit dem Zelt an der Bar übernachten und campen, das ist die naheliegende Übersetzung. Und es ist tatsächlich so, dass wir erleben, dass das bei uns in der Branche sehr, sehr unbekannt ist.

Matthias Bader: Also ich muss an deinem Arbeitsethos schon wirklich Zweifel anlegen. Bei der letzten Folge hast du über dein 3S geredet und gemeint, du musst ein Steak essen und jetzt willst du an der Bar übernachten. Du verlierst die Arbeit aus dem Sinn.

Markus Vüllers: Absolut. Man muss ab und zu mal neue Wege gehen. ... Ja, das ist wirklich was völlig Neues. Ich glaube, ich hab das schon mal einer Podcast-Folge erwähnt. Ich hab ja im letzten Jahr mein erstes Barcamp erlebt. Und das ist ein Veranstaltungsformat, was überhaupt nicht mit irgendwelchen Powerpoint-Folien und Präsentationen gefüllt wird, sondern wir planen zum Thema Wissenstransfer in der Lackierbranche ein Barcamp.

Matthias Bader: Ach und, da ist das ein neuer Weg?

Markus Vüllers: wirklich als Experiment, wo wir einfach mal diese neue Veranstaltungsform testen. Und die Besonderheit ist, Barcamp wird auch als Unkonferenz bezeichnet, das heißt also eine Veranstaltung, wo die Teilnehmer keine Tagesordnung bekommen. Die bekommen einen Termin und einen Ort genannt, melden sich dort entsprechend an, zahlen natürlich auch eine geringe Teilnahmegebühr, die ist aber deutlich geringer als bei irgendwelchen durchgescripteten Veranstaltungen. Und dann haben die Teilnehmer die Möglichkeit, eigene Sessions zu gestalten. Und das ist die Besonderheit, dass dann auch wirklich spontan Sessions gestaltet werden können. Es kann also sein, dass am ersten Tag jemand sagt, Mensch, das ist heute ganz interessant. Ich möchte gerne morgen noch eine Session machen. Und dann gibt es auch die Möglichkeit, direkt eigentlich für den nächsten Tag noch eine Session zu machen. Session definieren wir mal mit 45 Minuten. Dann hat man 15 Minuten Zeit, Raum zu wechseln, zu verändern. Die Regeln sind auch ganz klar so, man kann auch während der anderen Session den Raum verlassen. ist also immer so bisschen Bewegung drin. Das Gesetz der zwei Füße, dass die Leute dann auch tatsächlich sagen, ja, ich bin vielleicht doch in der falschen Session. Da muss man dann nicht steif und stocksteif sitzen bleiben, sondern dann kann man halt auch in die nächste Session gehen. Es laufen also mehrere Tracks parallel. Und ... Ja, das ist das Experiment, was wir im Herbst vorhaben im September. Und da sind wir jetzt so in der Vorbereitungsphase. Aktuell fangen wir an und haben mal so eine interessierten Liste geöffnet. Du hast dich auch schon eingetragen und dein Interesse bekundet. Und für uns ist das tatsächlich so, wir wollen mal so abfragen, wie viele Leute erreichen wir denn? Sind es 50, sind es 80, sind es vielleicht 100? Und wollen wirklich mal ein komplett neues Format in der Lackierbranche etablieren. und ganz bewusst auch nicht in Konkurrenz treten zu den etablierten Tagungen und Kongressen, es gibt. Das heißt also, die Dinge wird es weitergeben.

Matthias Bader: Das heißt, Voraussetzung ist Neugierde. Weil du kannst ja auch kein Versprechen geben, was da passieren wird.

Markus Vüllers: Nein, nein, absolut nicht.

Matthias Bader: Und dazu braucht man Neugierde. Also was Neues gierig zu entdecken. Dazu muss ich wirklich energiegeladen irgendwo hingehen. Lass uns das mal vergleichen mit einer Messe. Auf den meisten Messen weiß ich auch nicht, was mich erwartet. Und was passiert, wenn in der Halle B plötzlich irgendeine Neuigkeit für mich da präsentiert wird? oder ich heute den Zugang dazu habe. Und das ist das, was wir wieder zulassen können, dürfen, dass wir wirklich neugierig sind für irgendwelche Impulse. Und wenn wir dann noch die 72-Stunden-Regel im Kopf behalten, dass wir aus der Neugierde, aus der Erfahrung in das Umsetzen kommen, dann ist ein wahnsinniges Potential möglich.

Markus Vüllers: Mir hat das riesig Spaß gemacht, genau das, was du geschildert hast, das habe ich dann dort live erlebt. Man hat die Möglichkeit, diese Veranstaltung reinzugehen mit Neugierde und unvoreingenommen. Die Teilnehmer müssen nicht aktiv irgendeine Rolle übernehmen. Die können und dürfen. Es gibt ein paar Regeln und die einzige Regel, die wir halt haben, wir wollen dort keine Produktpräsentation von irgendeinem Lackierwerkzeug in einer Session haben. Die Leute müssen sich auch nicht mit PowerPoint Präsentationen vorbereiten. Es kann also tatsächlich durchaus sein, dass eine Session sich spontan ergibt und es treffen sich, was weiß ich, zehn Beschichter und diskutieren einfach über irgendwelche aktuellen Herausforderungen, sie in ihrem Tagesgeschäft haben. Also solche spontanen Sessions. Und dafür braucht es keine PowerPoint Folien.

Matthias Bader: Oder ihr habt eine Kiste und dann geht es zu wie in London im Hyde Park, dass sich einer auf die Kiste stellt und irgendeine Geschichte erzählt.

Markus Vüllers: Ja klar, so soll das eigentlich laufen. Ja, das ist also die Planung. BarCamp Wissenstransfer Lackierbranche für den Herbst 2026.

Matthias Bader: Und es darf natürlich auch Spaß machen.

Markus Vüllers: Das muss Spaß machen, weil das soll wirklich eine lockere Geschichte sein und vor allen Dingen auch unter dem Aspekt. Also wir suchen eine coole Location, das heißt also wirklich auch ein nettes Hotel, was die Räumlichkeiten anbietet. Das ganze Thema wird preislich so attraktiv sein, dass dort auch mehrere Teilnehmer aus einem Unternehmen teilnehmen können. Das ist dann immer ganz spannend, wenn drei Sessions parallel laufen und es sind zwei Leute, dann kann man schon mal zwei Sachen neugierig aufsaugen. Und da stehen wir jetzt also in der Vorbereitungsphase und das ist so ein Thema, dem ich mich momentan aktiv auseinandersetze. Was war bei dir?

Matthias Bader: Ja! Wenn man voller Spaß einen Käsekuchen essen will, dann ist das natürlich der Freizeit zugeordnet.

Markus Vüllers: Mhm.

Matthias Bader: Das heißt Sonntag Nachmittag einen guten Käsekuchen essen, der vielleicht sogar an die Kindheit erinnert oder an den Käsekuchen, meine Mutter gebacken hat. Und deswegen ist er so präsent bei mir. Weil da war immer Alarmstimmung in der Küche. Der hat keiner den Ofen aufmachen dürfen. Und dann hat sich gezeigt, der Ofen ist wesentlich für das Gelingen von einem Käsekuchen.

Markus Vüllers: Mhm.

Matthias Bader: Dazu kommt die Zeit und die richtige Temperatur und die Temperaturverteilung. Wo sehe ich denn die Temperaturverteilung? Wie kann ich denn Temperaturverteilung sichtbar machen? Ich kann das natürlich treffend am Käsekuchen oben an der Bräunung, an der gleichmäßigen Bräunung machen. Ist es vorne an der Scheibe zu kalt? Verbrennt der Käsekuchen hinten? Oder ist wirklich die Verteilung so homogen, dass ich eine schöne gleichmäßige Bräunung erziele? Wie sieht es aus? Mit dem Durchheizen ist der Käsekuchen durchgebacken. Das heißt in der Mitte keine teilige Stelle. Und wenn man den zu hektisch aus dem Ofen rausnimmt, dann fällt er zusammen. Und an deinem Schwunzeln erkenne ich, dass es ja genau die Themen sind, die wir heute reden wollen. Aber deswegen könnt ihr euch vorstellen, dass ich euch das Beispiel deswegen auch ganz bewusst ausgewählt habe. Denn wichtig ist, diese Prozesse verständlich zu machen und sichtbar zu machen. Das ist nur eine schwarze Kiste.

Markus Vüllers: Ja, du hast gerade gesagt, dass ich schmunzel. Das hat auch einen Grund, weil ich habe nämlich den Eindruck, dass wir so langsam zu einer Kochshow werden in unserem Podcast. Wir beim letzten Mal über Drei-Ess und Steak-Essen gesprochen. Jetzt sprechen wir über Käsekuchen. ja, wir sollten vielleicht mal ernsthaft überlegen, ob wir nicht tatsächlich auch immer noch so ein Rezept vorstellen in der Runde. Aber heute sprechen wir jetzt mal, wie es weitergeht, wenn die Teile dann tatsächlich im Ofen ankommen.

Matthias Bader: Ja, das ist ja eine gute Idee, das können wir gleich mal aufschreiben. Welche Gerichte kann ich in meiner Lackieranlage herstellen?

Markus Vüllers: lackierte, pulverbeschichtete, nass lackierte Teile.

Matthias Bader: Und das ist weit mehr, als nur den Leberkäse oder Fleischkäsebrötchen zu erwärmen. Da geht mehr. Aber das später dazu. Ja, wir waren am Ofen und wollten uns... Was heißt eigentlich Ofen? Ist das nur eine heiße Kiste oder was passiert denn im Ofen?

Markus Vüllers: Man kann ja über dieses Thema Ofen einbrennen, trocknen, aushärten, kann man ja, ich glaube, zehn verschiedene Podcastfolgen machen. Jetzt nehmen wir doch mal heute den konventionellen Ofen, der mit heißer Luft, also mittels Konvektion, die Teile auf Temperatur bringt. Lassen wir mal das ganze Thema Infrarotbooster, Strahlungshärtung heute mal aus dem Podcast raus, sondern wir nehmen wirklich den geschlossenen Kasten. in dem heiße eingepustet wird und diese heiße Luft hat die Aufgabe die Werkstücke zu erhitzen, damit die ihre Temperatur bekommen, damit der Lack aushärtet.

Matthias Bader: Deswegen heißt das gute Stück Konvektionsofen. Das heißt, die Wärme wird über das Medium Luft übertragen auf das Werkstück. Und üblicherweise wird die warme Luft erwärmt an einem Heizregister und kommt mit einer zu heißen Temperatur raus aus der Austrittsöffnung und vermischt sich dann mit dem etwas kühleren Luft im Ofen, dann eben die eingestellte Temperatur an möglichst vielen Stellen zu erreichen. Oft ist genau diese heisse Austrittstemperatur auch gewollt zumindest beim Pulver denn da will ich eine schnelle Angellierung eine schnelle Flüssigphase erreichen. das beim Flüssiglack genauso?

Markus Vüllers: Eigentlich ist beim Flüssiglack genau andersherum, wenn ich dort nämlich mit zu hoher Temperatur komme und meine Lösemittel, entweder die organischen oder auch das Wasser, zu schnell erhitze und zum Kochen bringe, dann führt das letztendlich zu Störungen in der Lackierung in Form von Luftbläschen, Nadelstichen, also Dingen, die man da nicht haben möchte. Da geht es also erstmal darum, ich ich habe zwar eine Abschunzzone vorher, aber da geht es eigentlich tendenziell eher darum, langsamer zu erhitzen und mehr Luftbewegung an den Eingang des Ofens zu bringen, die Lösemittel und das Wasser möglichst schnell abzutransportieren. Und viel Luftbewegung und viel Wind ist ja auch nicht unbedingt das, was man beim Pulveren gebrauchen kann.

Matthias Bader: Ja, sonst wohl eben das frische Pulver abgeblasen, zum Beispiel beim Einfahren in den Ofen. Das heißt, diesem einfachen Beispiel erkennen wir, dass es unterschiedliche Ofentypen sind und das heißt nicht nur dunkle Kiste und Temperatur und da kann ich automatisch Flüssiglack und Pulverlack vernetzen, einbrennen, zum Verlaufbilden einsetzen. Ja was ist noch zu beachten?

Markus Vüllers: Ich denke das wichtigste von allem ist, wenn man sich das technische Datenblatt mal genau anschaut, der Lackhersteller gibt dort immer ein Stichwort und das ist die Objekttemperatur. Das heißt eigentlich kann es mir völlig egal sein, welche Lufttemperatur ich wo an welcher Stelle im Ofen habe. Ich möchte ja meine lackierten Bauteile aushärten und trocknen und dementsprechend ist es wichtig, dass das Bauteil die richtige Temperatur Und daher geht es darum, die Objekttemperatur möglichst optimal zu steuern und zu regeln. Und das funktioniert dann nicht immer unbedingt nur damit, dass ich einen Thermometer irgendwo im Ofen habe und irgendwo eine Lufttemperatur messe.

Matthias Bader: Ja und das haben wir schon beim Thema. Ich kann auch diese Messung nicht nur mit einem billigen Infrarotthermometer machen, dass ich einfach in den Ofen reinhalte. Denn typischerweise messe ich dann nur die Lufttemperatur und nicht das Werkstück. Denn die Optik ist so breit gefasst, dass sie oft vorbeigeht. Das gilt natürlich pauschal. Also ich kann das schon richtig einsetzen, aber ich wissen, wie funktioniert mein Messgerät? Wo sind die Grenzen? Und da genügt eben ein Fühler irgendwo im Ofen. Oft weiß ich nicht einmal, wo der Mist genügt. Ich weiß auch nicht, ob mein Anzeigeinstrument richtig eingestellt ist. Denn auch da muss ich ja einen Abgleich vornehmen. Und das sind lauter solche Sachen. Und die muss man natürlich als Beschichter, als Lackierer wirklich im Griff haben, damit ich weiß, was passiert im Ofen.

Markus Vüllers: Wir ja in einer der vorherigen Podcast-Folgen schon mal über verschiedene Möglichkeiten der Ofentemperaturaufzeichnung gesprochen. Vielleicht sollten wir uns heute mal wirklich einmal kurz auf das Thema Ofenkurve beschränken, auch nicht über die Messsensoren, die ich aufkleben kann mit irgendwelchen Temperaturmessstreifen, sondern wirklich den Prozess, wo ich dann tatsächlich in regelmäßigen Abständen einmal die unterschiedlichen Sensoren, das heißt die Temperaturfühler, auf mein Werkstück bringe, magnetisch oder angeschraubt, wie auch immer, und ich dann an verschiedenen Stellen tatsächlich die Objekttemperatur meines Werkstückes messe und dann aber auch einen Messfühler vielleicht an zwei Stellen im Ofen mitfahre, einen unten, einen oben, weil wir wissen alle warme Luft steigt nach oben. Das heißt, wenn ich hohe Öfen habe und hohe Werkstücke habe, dann kann es durchaus sein, dass unten eine andere Temperatur herrscht als oben. Und diese fahre ich jetzt mit einem Messgerät in einer thermo-geschützten Box durch meinen Ofen. Während des Durchlaufs zeichnet er die Ofenkurve auf. Und das kann ich anschließend an meinen Rechner, an meinen Computer anschließen und bekomme grafisch dargestellt für jeden einzelnen Messsensor in Abhängigkeit der Zeit und der Wegstrecke, die ich durchlaufen habe. die aufgezeichnete Temperatur.

Matthias Bader: In modernen Messgeräten wird dann auch gleich der Einbrennindex angegeben. Das heißt, da wird an jeder Fühler dann ausgerechnet, wie gut ist die Vernetzung und das Einbrennverhalten realisiert an dieser Ofenmessung. Dazu muss ich natürlich die Daten von dem Pulver eingeben und dann macht er die Messung und dann rechnet er das aus. Denn es ist gar nicht so einfach... Bei manchen Ofen, gerade zur Power and Free Öfen, da geht in regelmäßigen Abständen die Ofentür auf. Dann habe ich einen kurzen Kamelhöcker, der nach unten geht und dann wieder hoch geht. Und das dann immer genau auszurechnen, wo wurde die Vernetzung unterbrochen und wo hat sie dann wieder angefangen. Das ist manchmal gar nicht so einfach. Aber auch hier hilft zum einen der gesunde Menschenverstand, aber auch die Technik. Und deswegen ist es wichtig, die Technik hier richtig einzusetzen.

Markus Vüllers: Und man muss ganz klar sagen, diese Ofenkurve ist keine einmalige Messung. Also ich empfehle dann schon den größeren Unternehmen tatsächlich, sich ein solches Ofenmessgerät auch zuzulegen und auch selber in seinem eigenen Besitz zu haben. Man kann das natürlich als Dienstleistung bei Lackherstellern sich ausleihen oder die Messung durchführen lassen. Aber immer dann, wenn irgendwelche Einstellungen durchgeführt werden. Gerade der Einbrennprozess spielt eine so wichtige Rolle, wenn es die Qualität und das Erreichen der Dackeigenschaften dass das ein Thema ist, wo man regelmäßig hinschauen muss. Und diese Überwachung und Prozesskontrolle muss regelmäßig wiederholt werden, wenn eine Brennerwartung stattgefunden hat, wenn irgendwelche Umbauten an der Anlage stattgefunden haben, aber auch durchaus, wenn sich das Teilespektrum mal verändert und die Wandstärke, die Materialstärke der Bauteile variiert. Und es ist ganz oft so, dass Qualitätsprobleme auch damit zusammenhängen können, ob das Teil unten am Warenträger oder oben am Warenträger hängt. Und deswegen ist gerade die Überwachung dieses Einbrennprozesses mit einer Ofenkurve extrem wichtig.

Matthias Bader: Ich habe einen Kammerofen besessen. Beim Kammerofen ist das Tolle, dass ich im besten Fall das Messgerät draußen lassen kann und habe das also die Messfühler durch die Ofentür, durch den Spalt in den Ofen rein geführt. Und das hat mir die Möglichkeit gegeben, sehr preiswert die Ofenmessung in sehr hoher Qualität zu machen. Einfach das Stichwort Temperatur da den locker vier kanal oder sechs kanal eingeben und dann gibt es bei den großen versendern relativ preiswerte geräte und diese sensoren die kann ich mir auch in verschiedenen leistern Konfektionieren lassen und dann wird diese messgerät das oft bei zweieinhalb oder 3000 euro liegt plötzlich erschwinglich auch für kleine betriebe und das ist so ein Einfach so einen Mehrwert, den wir dann auch bieten, vom 2 Euro Klebestreifen bis zum Messgerät in Do-it-yourself, kann ich mir eine Lösung arbeiten. Denn da geht es immer das Tun und nicht den Bentley in der Garage zu haben. Der Bentley in der Garage nützt mir gar nichts. Wenn ich ihn nicht fahre und keinen Spaß damit habe, dann brauche ich auch keinen Bentley. dann ist nur eine Geldanlage oder Geldvernichtung. Deswegen ist es wichtig, den Werkzeugen zu arbeiten. Den Prozess zu verstehen. Und wenn man das alles hat, dann gelingt auch das Einbrennen und der Käsekuchen.

Markus Vüllers: Jetzt haben wir für den Ofen noch ganz viele weitere Aspekte, sodass wir auch im Vorfeld eigentlich schon geahnt haben, was jetzt passiert. Wir wollen die Podcast-Folge ja nicht extrem lang werden lassen. Wir werden in der nächsten Folge noch mal im Ofen verweilen und uns dann noch mal darüber unterhalten, worauf es denn noch ankommt, welche Diskussionen gerade im Zusammenhang mit unterschiedlichen Einbrennen und Trocknungsbedingungen eine Rolle spielen. Ein paar unterschiedliche Nasslackpulver hatten wir, gucken dann auch mal vielleicht einmal Richtung Emollierung, wenn es richtige Temperaturen geht. Aber auch die Energiediskussion, die heute in aller Munde ist, machen wir dann in nächsten Episode.

Matthias Bader: Und Opfer!

Matthias Bader: Und ob wir dann gleich umschwenken zum Holzofen und Holzofenbrot, das wissen wir jetzt noch gar nicht.

Markus Vüllers: sehen wir dann. Und dann machen wir mit unserer Kochshow weiter und diskutieren mal, was theoretisch dann in einem solchen Ofen auch an leckeren Gerichten zugebreitet werden kann. Aber das ist ein Thema für die nächste Folge.

Matthias Bader: Dann hoffen wir, dass es euch Spaß gemacht hat. Erzählt weiter davon und wir freuen uns, wenn ihr regelmäßig einschaltet und einfach schaut, was es Neues gibt beim Praxis Power für Beschichter.

Markus Vüllers: Bis zur nächsten Woche, dahin, tschau tschau.

Matthias Bader: Bis dahin, ciao!

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